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Kalkmagerrasen Am Heerberge in Reiffenhausen

- ein Hotspot der Biologischen Vielfalt

Seit einigen Jahren führt die Naturschutzgruppe Reiffenhausen mit der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen (BSG) e.V. gemeinsame Pflegeeinsätze in Reiffenhausen durch. Am 11. Juli 2020 war es wieder soweit. Bei angenehmen Arbeitstemperaturen kamen junge Leute aus Göttingen sowie Naturinteressierte aus dem Dorf zusammen, um gemeinsam auf dem Kalkmagerrasen oberhalb der Straße Am Heerberge zu arbeiten.

Pflegeziel auf der Fläche ist der Erhalt als Offenland mit möglichst wenigen Gehölzen, dafür umso mehr krautigen Pflanzen, Orchideen, Stauden sowie Gräser. Dies wird durch Beweidung mit Schafen und Ziegen sowie durch mechanische Pflege erreicht. Die markante Hainbuchengruppe mitten auf der Fläche sorgt leider fortwährend für Hainbuchennachwuchs, den es nachhaltig zu bekämpfen gilt. Dazu haben die 15 tatkräftigen Freiwilligen beim Einsatz eindrucksvoll beigetragen.

Nach einem Mittagsimbiss erläuterte Fionn Pape von der BSG die botanischen Besonderheiten und zeigte Wildbienen und Schmetterlinge dieses Lebensraumes. Der ausgewiesene Artenexperte verdeutlichte anhand von Beispielen eindrucksvoll, dass die Fläche ein Hotspot der Biologischen Vielfalt in der Region ist. So konnte bei einer Untersuchung auf 4 m² großen Flächen 50 Pflanzenarten nachgewiesen werden. Bei so einer Vielfalt verwundert es nicht, dass auch die Insektenarten zahlreich sind, darunter auch auf bestimmte Pflanzen spezialisierte und seltene Wildbienenarten. Ein besonders positives Merkmal der Fläche ist die Unterteilung in drei Beweidungsabschnitte. Da Schafe die leckersten Pflanzenteile – die Blüten - zuerst fressen, sorgt diese Rotation für ein durchgehendes Blütenangebot für die Insekten von Frühjahr bis Herbst.

Was macht solche Kalkmagerrasen so besonders? In nährstoffreichen Wiesen setzen sich konkurrenzstarke Pflanzen wie Löwenzahn durch und verdrängen dabei andere Pflanzenarten. Kalkmagerrasen dagegen sind nährstoffarm, meist sonnenbegünstigt und trocken. Sie bieten wärmeliebenden und trockenheitsresistenten Pflanzenspezialisten – gewissermaßen den „härtesten unter der Sonne“ - eine gute Lebensgrundlage. Die dadurch entstehende Vielfalt erhöht die Widerstandsfähigkeit der Lebensgemeinschaften in ihren Lebensräumen. Wie sich dagegen fehlende Vielfalt auswirkt, sehen wir an den flächendeckenden Ausfällen von Fichtenmonokulturen bei Extrembedingungen wie sehr trockenen Sommern.

Vielfalt auf ganzer Linie zu erhalten ist also geboten. Ohne Pflegemaßnahmen verschwände der Kalkmagerrasen, viele seltene und bedrohte Arten würden hier aussterben. Grund genug, auch zukünftig die Pflegemaßnahmen fortzusetzen. Im Spätherbst wird es wieder einen Termin geben. Alle sind herzlich dazu eingeladen, die Ärmel hochzukrempeln und sich zu beteiligen. Wer Interesse hat, melde sich gerne bei der Naturschutzgruppe:

Anne Elser & Rómulo Aramayo Schenk
naturschutz-reiffenhausen@posteo.de

Weitere Informationen:
www.reiffenhausen.de/vereine/runder-tisch-naturschutz.html
www.biologische-schutzgemeinschaft.de

Fotos:
Sechsfleck-Widderchen (Schmetterling) auf Skabiose
Hornklee-Glasflügler (Schmetterling) auf Hornklee




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